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4 Frauen in Rumänien

20 Jahre nach Ceaucescu

Alles ist neu und trotzdem alt - Dieser Vers aus einem bekannten rumänischen Gedicht war im Jahr 1990, als wir zum ersten Mal in Copsa Mica drehten, schon aktuell und charakterisiert noch immer bestens die heutige Lage Rumäniens.
Für die Frauen und ihre Familien, seit Generationen als Bauern und Handwerker in den ländlichen Gegenden Siebenbürgens ansässig, brachten die politischen Veränderungen wenig Erleichterung.

Auch 20 Jahre nach der Öffnung der Grenzen von Ost nach West bestimmen harte Arbeit und zäher Überlebenswille weiterhin das tägliche Leben der Rumänen, besonders auf dem Land. Die Hoffnungen und Erwartungen definieren sich nicht über neu gewonnene Freiheiten, nicht über die Verwirklichung unerfüllter Träume und dem Streben nach Selbstverwirklichung. Die harte Realität des täglichen Lebens lässt dazu keinen Raum. Hier geht es nach wie vor um das Auskommen mit dem Wenigen, was man hat. Und darum, dafür zu sorgen, dass die Kinder eine bessere schulische Ausbildung bekommen, um damit die Lebensumstände der Familie zu verbessern.

Der Film Gestern ist heute portraitierte in den Jahren 1990 bis 1995 vier Familien quasi stellvertretend für die unterschiedlichen, ethnischen Gruppen Rumäniens - Ungarn, Siebenbürgensachsen, Roma und Rumänen. Damals, kurz nach dem Mauerfall und der Ermordung Ceau?escus, war der Westen und der Traum vom Wohlstand noch sehr fern. Unser Besuch damals offenbarte ein Stück altertümliches Mitteleuropa, das in den ländlichen Gegenden noch stark auf Landwirtschaft und Handwerk fußte.

4 Frauen in Rumänien schlägt nun den Bogen über 20 Jahre nach der politischen Wende und kehrt zurück zu den Schauplätzen und zu den Menschen, die damals im Filmfokus standen. Heute ist die Orientierung gen Westen viel stärker spürbar, aber immer noch für den größten Teil der Bevölkerung eher Hoffnung und Traum als Realität. Nur durch den regen Informationsfluss sind die Bilder näher gerückt und erzeugen Sehnsüchte und Unzufriedenheit mit der eigenen Situation, die vor 20 Jahren noch nicht so konkret geäußert wurden.

Dabei lassen sich bei den Familien, die wir wieder gefunden haben, große Unterschiede feststellen. Je nach Nation und Kultur werden die westlichen Einflüsse abgelehnt oder angenommen, Traditionen bewahrt oder verworfen.

20.07.2010

 

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